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Digitalisierung

Digitalisierung ahoi!

Für viele Verbände ist digitale Kommunikation noch Neuland. Wir zeigen Ihnen in 8 Punkten, was sie kann und was das für Sie bedeutet.

Text: Benjamin Fröhlich
Bild: Aus «Every Day a Drawing» von Paula Troxler

 

Wir profitieren alle mit grosser Selbstverständlichkeit von der Digitalisierung: Mit Google Maps geht’s schnell ins beste Fischrestaurant, die Cholesterin-App rät uns, statt Moules et frites eher Thunfisch mit Wasabischaum zu bestellen. Auch die Kommunikation läuft schon längst digital: Statt auf einer Postkarte von den Moules in Belgien zu schwärmen, schicken wir kurzerhand ein Bild der Muscheln per Whatsapp oder posten es auf Instagram. Warum übertragen wir unsere Alltagskommunikation nicht in die Verbandswelt? Denn längst sind die digitalen Kommunikationskanäle am wichtigsten: 90 Prozent der Schweizer Bevölkerung waren 2018 online, die meisten zigmal täglich.
Wir zeigen Ihnen in 8 Punkten, wie Sie Ihre Verbandskommunikation an die digitale Welt anpassen:

 

1. Kommunikationsstrategie

Digitale Kommunikation lässt sich nicht ohne integrierte Kommunikationsstrategie meistern. Eine simple Website reicht heute nicht mehr. Nutzen Sie verschiedene Online-Kanäle: Newsletter, individuelle Mailings, Social Media. Verbinden Sie die Kanäle untereinander und stimmen Sie sie aufeinander ab: So könnte zum Beispiel das Bild der neuen Verbandspräsidentin auf Social Media verlinkt aufs Video-Interview mit ihr auf der Website führen.

 

2. Sichtbarkeit

Seien Sie auf vielen Kanälen präsent; so werden Sie sichtbarer und Ihre Botschaften erreichen eine Person möglicherweise genau dann, wenn sie dafür aufnahmefähig ist. Zum Beispiel, wenn sie kurz auf den Bus wartet. Ihre Botschaft muss dann in wenigen Sekunden verstanden werden.
Vernetzen Sie die verschiedenen Kanäle. Weisen Sie zum Beispiel im Newsletter auf Ihren Linkedin-Account hin. Wenn jemand Ihre Botschaft mehrfach erhält, erhöht das den Wiedererkennungswert. Es hilft auch, dass Ihre Botschaft verstanden und erinnert wird.

 

3. Content

Niemand hat Zeit, die Inhalte für Facebook, Newsletter und Verbandsmagazin einzeln zu erstellen. Schaffen Sie deshalb eine zentrale Stelle, wo Sie Ihre Inhalte aufbereiten. Mit anderen Worten: Denken Sie in Themen statt in Kanälen.
Diese Struktur muss sichtbar sein: Alle Kanäle führen auf einen Knotenpunkt (Hub). Das ist in der digitalisierten Gesellschaft die Website. Denn sogar die sogenannten «Silver Surfers» (älter als 55 Jahre) benutzen das Internet und das Smartphone weitaus öfter als andere Medien.

 

4. Storytelling

Menschen lieben Geschichten; und sie lieben Menschen. Erzählen Sie Ihre Geschichten und erzählen Sie sie mit Menschen. Geben Sie den Geschichten ein Happy End. Denn das weckt positive Emotionen und schafft eine Bindung oder sogar Identifikation.

 

5. Partizipation

Auf Social Media, Foren und Chats interagiert jeder mit jedem. Das verändert auch die Verbandskommunikation. Kommunikation mit einem Sender und vielen Empfängern verliert an Bedeutung. Begegnen Sie Ihren Kommunikationspartnern auf Augenhöhe und lassen Sie sich auf einen Austausch ein. Nur wer zuhört, wird gehört. Es reicht nicht, Ihre Botschaft zu platzieren; sie soll kommentiert und weiterempfohlen werden. Ihnen entgleitet zwar ein Teil der Kontrolle. Dafür multiplizieren Sie Ihre Sichtbarkeit und Reichweite.

 

6. Stetiger Wandel

Kanäle verändern sich laufend, neue Kanäle entstehen, alte verschwinden. Jugendliche sind zum Beispiel kaum mehr auf Facebook aktiv; dafür umso mehr auf Instagram und Snapchat. Beschränken Sie sich nicht auf einzelne Kanäle und reagieren Sie schnell auf Veränderungen. Doch Vorsicht: Überstürztes Handeln rächt sich auch heute noch. Es braucht ein Konzept.

 

7. Daten

Wer sich online bewegt, erzeugt Daten. Nutzen Sie diese Analyse-Möglichkeit. Wer sah Ihre Botschaft? Wer las, teilte oder klickte sich weiter? Welche Botschaften kommen wo an? Wo findet die grösste Interaktion statt? (Lesen Sie hierzu unseren Artikel in diesem Inforo).

 

8. Krisen

Bricht ein sogenannter «Shitstorm» über Sie herein, ist es zu spät, um noch ein Kommunikationskonzept zu schreiben. (Lesen Sie dazu Inforo 2015). Krisenkommunikation gab es auch vor dem Internet. Die Regeln sind gleich geblieben: Sie müssen sich in Ihren Medien zu Hause fühlen und das Handwerk beherrschen.